Webdesign aus Berlin
Konzept, Gestaltung, Umsetzung
Entwicklung, Hosting und Support
Robert Agthe über das Web, Technologien, Zukunftsvisionen und den typischen Freelancer und Programmierer Alltag. Übrigens, ich bin käuflich.
Ich habe noch nichts über Google Wave geschrieben, obwohl es schon länger in einer public Beta ist. Was ist nun "Google Wave" und wozu braucht man es? Es ist nicht der erste Dienst, der startet und User sich fragen, wozu brauche ich das ganze nun? Nun damit will ich mich hier ein bisschen beschäftigen und zum Schluss noch ein paar Invites für interessierte unters Volk werfen.
Intention war Kommunikation im Internet neu zu Denken. Vieles hat sich seit der Erfindung der E-Mail im Netz getan und die Anforderungen haben sich im Laufe der Zeit stark geändert. Wir verschicken heute Mengen an Daten per E-Mail, die zur Zeit der Erfindung der selbigen, locker mehrere Festplatten gefüllt hätte. Keine Branche die nicht im Internet arbeitet, kein Mensch der keine E-Mail Adresse sein eigen nennt. Da steigen natürlich auch die Anforderungen an Kommunikationswege, gerade was arbeiten in Gruppen betrifft.
Viel muss innerhalb eines Projektes gezeigt, besprochen, diskutiert oder abgenickt werden. E-Mails werden bei vielen beteiligten schnell chaotisch. Chats sind zu kurzlebig und erschweren späteres nachschlagen. Wikis beherrschen keine Echtzeit-Kommunikation. Zeit das endlich zu ändern.
"Google Wave" versucht nun alles unter einen Hut zu bringen. Und das sogar ziemlich schlicht und ziemlich gut. So schlicht das man beim ersten anschauen, gar nicht wirklich begeistert ist. Erwartet man von Google immer etwas, was einen aus den Sitzen haut.
Anstatt einer E-Mail aufzusetzen, startet man hier nun eine "Wave". Nachdem man seine Botschaft, wie von der E-Mail her gewohnt, eingetippt hat, wird sie aber nicht typischerweise an einen Empfänger versendet. Hier geht man bereits einen anderen Weg und lässt die "Wave" dort wo sie ist, im Internet. Damit das ganze nun jemand anders lesen kann, "lädt" man einen Kontakt aus dem Adressbuch ein. Dieser "Jemand" sieht nun genau unsere gestartete "Wave" in seiner Inbox, und kann diese lesen. Soweit so einfach.
Der Unterschied zwischen versenden (E-Mail) und zentral gespeicherter Nachricht (Wave) hat den Vorteil, dass es nur eine Version gibt, die nun von allen zwei Personen geändert und ergänzt werden kann. Dabei erfolgen die Änderungen an der Wave in Echtzeit, sprich tippt Person A Text ein, sieht Person B dies "Live". Aus der anfänglichen E-Mail ähnlichen Kommunikation, ist nun bereits ein kleiner "Echtzeit-Chat" entstanden, der aber Brav wie eine E-Mail in der "Inbox" zum Nachschlagen verfügbar bleibt.
Um das ganze abzurunden, ist es nun möglich, für den Empfänger (Person B) die Nachricht selbst, also die die wir anfangs geschrieben haben, zu ändern. Voila! Aus dem E-Mail ähnlichen Chat ist nun ein Wiki geworden, in dem man zusammen einen Text verfassen kann. Damit man später nachverfolgen kann, wann wo wer was geschrieben hat, wird das ganze zeitlich dokumentiert. Wie mit einem Videorekorder kann man die "Wave" "zurückspulen" und nachschauen, wann wie wo wer was geändert hat. Ideal für späteres Zurechtfinden.
Seine vollen stärken spielt das System aber aus, wenn man nicht nur eine Person, sondern drei vier oder zehn Personen in die "Wave" "einlädt". Wer schon mal mit 3 Personen über E-Mail mit Zitaten und Anhängen kommuniziert hat, wird wissen wie schnell das im Chaos endet. Dabei ist die Zahl der Teilnehmer einer Wave nicht begrenzt.

"Waves" können dabei nicht nur privater Natur sein, sprich von eingeladenen Teilnehmer genutzt werden, man kann das ganze öffentlich machen. Öffentlich bedeutet hier, dass nun alle Google Wave Nutzer, auch die wir nicht im Adressbuch haben, auf die "Wave" zugreifen können. Eine Art "Newsgroup System", wenn jemand hier so etwas noch kennt.
Über der Inbox ist eine Suchbox, über die man Google typisch nicht nur mit "in:inbox" Zugriff auf die eigene "Inbox" hat, sondern auch mit "with:public" sich aktuell aktive öffentliche "Waves" anzeigen lassen kann. Dabei kann man das ganze natürlich noch spezieller Filtern. Google Wave könnte damit sogar als eine Art Twitter genutzt werden, da es der Filter auch ermöglicht "Waves" nach Adressbuch Gruppen zu filtern.
Viel hab ich ja im letzten Abschnitt schon angedeutet. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Diskutieren, planen, erklären, veröffentlichen, erschaffen. Sollte man sich das erste mal anmelden, macht sich aber schnell Ernüchterung breit. Das System ist gleichzeitig so schlicht wie funktional. Und ohne befreundete Teilnehmer, kann man das ganze erst recht nicht sinnvoll nutzen. Der "Aha Effekt" stellt sich erst nach ein paar Wochen Benutzung ein, dann möchte man es aber nicht mehr missen. Oft habe ich, obwohl Wave E-Mail ablösen soll, eine E-Mail bekommen mit dem saloppen Inhalt "check mal deine waves!". Die ganze Sache mit dem Ablösen, wird also noch eine Weile dauern. Google arbeitet aber schon kräftig an der Verbreitung, mit dem schon bei GMail sehr erfolgreichen, "Invite Konzept". Freunde laden Freunde ein.
Ich habe nun gestern neue "Invites" für Google Wave bekommen und da alle Leser meines Blogs Freunde sind, möchte hier auch ein paar vergeben hust. Da man aber oft "Invites" rausgibt und die Benutzer dann am Ende nichts damit machen, möchte ich die natürlich nur an wirklich interessierte Leute vergeben. Wer mir also in die Kommentare ein kurzes Statement schreibt, warum er an "Google Wave" interessiert ist oder wie er es gern nutzen würde. Der bekommt eine Einladung (Invite). Bitte schreibt auch dazu, ob Ihr einen "Invite" wollt. Kann ja auch sein, dass Ihr nur einfach was sagen wollt, aber schon einen "Invite" habt. Ran an die Tasten!
Damit Ihr auch etwas damit anfangen könnt, gibt es hier noch ein paar Informative Resourcen zum lesen oder herunterladen.
Dieser Eintrag wurde von polarity am 26.11. 2009 - 13:25 Uhr verfasst.
Was halten andere von dem Eintrag
lostinbass schrieb 2009-11-26 14:38:52:
Moin! Ich würde Wave gerne testen und für die Kommunikation mit Freunden & Familie nutzen! Hast du noch einen Invite? Meine Email-Adresse würde ich dir noch mitteilen!
lostinbass schrieb 2009-11-27 08:52:31:
martin.krolikowski at googlemail.com
polarity schrieb 2009-11-28 08:17:47:
Hallo Martin, hab Dir einen Invite rausgeschickt :) Kann, bis zu einer Woche dauern.
culturedlabs schrieb 2009-12-19 08:13:43:
Hi, ich habe direkt eine Einladung von Google bekommen und suche weitere eifrige Schreiber zum Testen. Meine Wavemail lautet: culturedlabs@googlewave.com
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